Papierlose Fertigung mit SOLIDWORKS MBD

Persönliche Kontakte reduzieren und trotzdem die Kommunikation verbessern

22.04.2020, Tipps und Tricks

In vielen der derzeitigen Telefonate mit unseren Kunden hören wir: „Wir versuchen gerade, die direkten Personenkontakte zu reduzieren!“

 

Dabei muss berücksichtigt werden, dass alle Mitarbeiter der Produktion mit Fertigungsunterlagen und die Qualitätsmanager mit Prüfdokumenten versorgt werden, um keine Zeit zu verlieren. Gut, wenn Sie hier schon auf digitalen Wegen unterwegs sind und Dokumente wie Fertigungs- und Montage-Zeichnungen, Stücklisten und weitere Unterlagen für Kollegen auf Servern bereitstellen, über PDM-Systeme zugänglich machen oder per E-Mail an Kunden und Lieferanten versenden.

 

Um zu vermeiden, dass man sich zur Klärung von Fragen oder zur Absprache nun doch noch einmal zusammensetzen muss, ist es wichtig, Herstellungsinformationen für Teile und Baugruppen so darzustellen, dass diese eindeutig sind. So lässt sich außerdem der Start der Produktion, egal ob intern oder extern, wesentlich beschleunigen.

 

Obwohl in den meisten Betrieben die Entwicklung und Konstruktion von Produkten bereits in 3D stattfindet, wird für die Übermittlung der Fertigungsinformationen weitestgehend noch die 2D-Zeichnung verwendet. Diese traditionelle Darstellung hat durchaus seine Berechtigung, führt jedoch auch leicht zu Fehlinterpretationen, denn die einzelnen Ansichten müssen gedanklich zu einem dreidimensionalen Körper zusammengesetzt werden.

Kontakte vermeiden mit papierloser Fertigung

 

Warum nicht das 3D-Modell als Träger aller Informationen nutzen, um Herstellungsdaten unmissverständlich darzustellen und somit die Produktion beschleunigen?!

In vielen Fällen ist 3D offensichtlicher und viel einfacher zu verstehen als eine Anordnung von 2D-Zeichnungsansichten. Auch Personen ohne technische Erfahrung oder Produktkenntnisse erkennen schnell, um was für ein Bauteil es sich handelt.

 

Alle Produkt- und Herstellungsinformationen (PMI) können intuitiv direkt am Modell erstellt werden und auch daran genutzt werden.

 

Für die Definition können Sie neben den Feature-Bemaßungen mit dem Werkzeug DimXpert automatische Bemaßungen direkt auf Fertigungselemente wie Taschen, Nuten, Bohrungen usw. anwenden. Vordefinierte Standard-Toleranzen werden in diesem Vorgang unmittelbar ergänzt. Eine große Unterstützung nicht nur für den Nutzer der Daten ist die Assoziativität zwischen den Fertigungselementen und Anmerkungen, was bedeutet, dass bei Auswahl einer Bemaßung die dazugehörigen Bohrungen mit all ihren Flächen grafisch hervorgehoben werden.

Kontakte vermeiden mit papierloser Fertigung

 

Bei dieser Art der Beschriftung besteht im Gegensatz zu Feature- und Skizzenbemaßung eine Maschinenlesbarkeit, Fertigungsanwendungen wie z. B. SOLIDWORKS CAM können somit auf Geometrie und Bemaßung zugreifen. Um DimXpert zu verwenden, ist SOLIDWORKS Standard ausreichend.

 

Durch die Integration der Zusatzanwendung SOLIDWORKS MBD (Model Based Definition) lassen sich diese und weitere Informationen in übersichtlichen 3D-Ansichten organisieren und darstellen. So kann das Bauteil oder die Baugruppe in orthogonal ausgerichteten oder räumlichen Modellansichten, Schnitten, Bruchkanten- und Explosionsansichten präsentiert werden.

Für Betrachter sind diese Ansichten in der SOLIDWORKS-Datei auch ohne Zusatzanwendung verfügbar, und auch beim Öffnen der Datei mit dem eDrawings-Viewer sind die Informationen enthalten. 3D-Ansichten können inklusive ihrer zugehörigen Beschriftung in die Zeichnung übernommen werden, denn in einigen Fällen wird sicher weiterhin die 2D-Zeichnungsableitung Verwendung finden.

Kontakte vermeiden mit papierloser Fertigung

 

Sie wollen nicht die SOLIDWORKS-Datei mit allen Detailinformationen weitergeben, oder nachgelagerte Prozesse benötigen ein anderes Datenformat?

SOLIDWORKS MBD unterstützt die Veröffentlichung wichtiger 3D-PMI-Ausgabeformate, einschließlich eDrawings, STEP 242 und 3D PDF. So lassen sich die Vorteile von 3D CAD-Modellen auf alle produktionsbezogenen Abteilungen übertragen, z. B. bei der Herstellung, Montage und Qualitätssicherung. Da Benutzer viele Elemente ihrer 3D-Ausgabevorlagen anpassen können, wie z. B. Layout, Firmenlogo, 3D-Anzeigebereich und Miniaturansichten, Textbeschreibungen, Verknüpfungen zu Metaeigenschaften und Tabellen, können sie die Freigabe ganz auf die Anforderungen abstimmen.

 

Neben der Anzeige von PMI in 3D und der Präsentation der 3D-Ansichten können Produktionsmitarbeiter das eigentliche 3D-Modell anhand von Vergrößern/Verkleinern, Drehen, Messen und einer Vielzahl weiterer 3D-Werkzeuge analysieren, so dass es zu weniger Missverständnissen und Rückfragen kommt.

Kontakte vermeiden mit papierloser Fertigung

 

Über den Autor

Esther Neumann

Esther Neumann

Esther Neumann kam 2003 als Technische Zeichnerin mit ihrer Begeisterung für SOLIDWORKS zu SolidLine. Anfangs Trainerin und Support-Mitarbeiterin, unterstützt sie inzwischen seit vielen Jahren als Anwendungsberaterin unsere Kunden und Interessenten bei deren Herausforderungen rund um SOLIDWORKS.

Esther Neumann kam 2003 als Technische Zeichnerin mit ihrer Begeisterung für SOLIDWORKS zu SolidLine. Anfangs Trainerin und Support-Mitarbeiterin, unterstützt sie inzwischen seit vielen Jahren als Anwendungsberaterin unsere Kunden und Interessenten bei deren Herausforderungen rund um SOLIDWORKS.

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